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„Aufgeben gibt es nicht“

Almut Karlseder

Noch ca. 10 Minuten bis zum Start. GPS Uhr bereits am Satelliten suchen, Almut bereits Ihrer „Traumpace“ gemäß weit vorne eingereiht. Noch ein paar Schmähs mit den Kolleg/innen Sophia und Christian, welche Ihrer pace gemäß etwas weiter vorne standen, ein paar verstohlene Blicke links und rechts ob man jemand kennt.
3-2-1 los. Alle Gedanken an „wie man es nun am besten angehen sollte seine vorgenommene Zielzeit zu erreichen“ plötzlich verschwunden, ab jetzt gabs nur noch laufen….laufen so schnell Almi halt eben kann.
Mein Ziel waren 24.59min…um 1,5min schneller als beim Firmenlauf 2015 über die Distanz von 5km. Jede Sekunde schneller natürlich umso besser.

Nach ca. 3-500 m am Zweifeln ob das geht, denn natürlich wurde ich von der Menge mitgerissen und lief viel zu schnell los mit einem Schnitt von 4.25-30 Da gabs nur Eines: bremsen. Mir ging es physisch supergut, wusste allerdings, dass ich dann nach spätestens 3km in ein grausames Tief fallen würde. Gebremst wurde auf ca. 4.50 das war dann aber auch „langsam“ genug fand ich, atmen ging super, die nicht gerauchten Zigaretten der letzten 4 Wochen zahlten sich richtig aus.

Nach km 3 suchte ich mir einen ebenbürtigen Mitstreiter, einen Orientierungpunkt, mit leuchtgelbem Shirt der dieselbe Pace lief und der darüber hinaus auch ein lustiger Geselle zu sein schien. Das brauchte ich an dieser Stelle, denn die 4.50 waren da jetzt 4.40 und wurden langsam anstrengend. Das Gute ist ja immer „Aufgeben gibt es nicht“ ….liegt mir nicht und nach km 4 wäre dies auch eher peinlich, denn am Innufer und in der Altstadt stehen am meisten Zuschauer.

Ich begann statt an schlotternde Knie ans immer näher kommende Ziel zu denken und auch an meinen Mentor Günter und andere wichtige Leute die dort standen, die ich keinen Falls enttäuschen wollte. Die Zielgerade im Auge und unter meinen Boosts versuchte ich nochmals mehr zu geben als jemals zuvor, „die überhole ich noch“ … und das tat ich auch, Arme in die Luft, Ziellinie und Zeitstop bei 23.22 (netto).

So glücklich war ich selten zuvor und da mir scheißegal ist was Andere darüber denken, für mich war es eine Mega Zielzeit, immerhin Top Ten Damen AK und am Abend konnte ich sagen „es war einer der schönsten und auch witzigsten Tage in meinem Leben“ ….bisher…. denn solche folgen hoffentlich noch viele! 🙂

Herzliche Gratulation natürlich auch an die VereinskollegInnen und besonders an Sophia, die Platz 1 in der Damen AK belegte! Und herzlichen Dank für den Kaffee danach bei dem man so herrlich über die Kürze der Herren-Laufhöserl sinnieren konnte.

Autor: Almut Karlseder